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    Kosovo Newborn

    September 04, 2012 · Reportage

    Newborn - Das neue Kosovo

    13 Jahre nach dem Krieg, vier Jahre nach der Unabhängigkeit, befindet sich die Republik Kosovo in einem tiefen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozess hin zu einer marktwirtschaftlich orientierten Demokratie; kurz: 2,1 Millionen Menschen stehen in ihrem Alltag neuen Herausforderungen gegenüber.

     

     

    Vier Jahre Unabhängigkeit – das Land ist in zweierlei Hinsicht jung, denn fast die Hälfte der Bevölkerung ist unter 25 Jahren. Die jungen Menschen prägen ganz entscheidend den Weg, auf welchen sich die Republik begeben wird. Stehen auf der einen Seite das Streben nach Moderne & ökonomischem Wandel und die damit verbundenen Wünsche, zeugt die andere Seite von bestehenden politischen & ökonomischen Hemmnissen.

     

     

    Auch wenn Zahlen und Statistiken keinen Einblick in den Alltag der Menschen geben, so helfen sie uns doch, das Land im Zentrum des Balkans besser zu begreifen: Kosovo liegt eingebettet zwischen Montenegro, Serbien, Mazedonien und Albanien auf einer Fläche von nur 10.908 km2. Bis heute haben 92 Länder das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Um in die Vereinten Nationen aufgenommen zu werden, müsste eine Anerkennung durch Russland und China stattfinden, die zu den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates gehören. Eine Visa-Freiheit gilt lediglich für fünf Länder: Albanien, Montenegro, Mazedonien, Türkei und die Malediven.

     

     

    Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt, laut Weltbank, bei 2.200 Euro. 48% der Bevölkerung sind arbeitslos. Sie können mit monatlichen Unterstützungsleistungen von 40-80 Euro rechnen. 

     

     

    Die sozioökonomischen Probleme treffen die junge Bevölkerung besonders: 60% der Menschen unter 30 sind von Armut betroffen. Trotzdem treffe ich eine junge Lebendigkeit an. Das Interesse an Bildung und Sprachen, allem voran englisch, ist groß. Religion scheint für die jungen Menschen im muslimisch geprägten Land keine besondere Rolle zu spielen. Die Straßen sind voll von Cafés und Bars, Kleidungs- und Schuhläden. Lifestyle.

     

     

    Oder wie Zogjani es an einem sonnigen Tag im September ausdrückt: „The youth wants to take the best from the western world.“